
Lovable, Claude Design oder Cursor: Welches KI-Tool eignet sich am besten, um ohne Programmierkenntnisse einen überzeugenden Prototyp zu bauen? Ein Praxistest zeigt, wo die Werkzeuge überzeugen, wo ihre Grenzen liegen und welche Lösung für Entscheider im Mittelstand die beste Wahl ist.
Vor wenigen Jahren war ein klickbarer Prototyp Handarbeit in Grafiktools wie Figma, Sketch oder Adobe XD. Heute schreibt man einen Prompt in ein Textfeld: „Baue mir eine App für die Urlaubsplanung im Team, mit Übersichtskalender, Antragsformular und Freigabe durch die Führungskraft." Wenige Sekunden später öffnet sich im Browser etwas, das nicht nur aussieht wie eine echte Anwendung, sondern sich auch so bedienen lässt. Vibe Coding heißt dieser Ansatz, und er verändert, wie im Mittelstand über neue Ideen diskutiert wird.
Viele Entscheider haben den Sprung, den Vibe Coding genommen hat, noch nicht ganz auf dem Radar. Ende 2025 hat das Collins English Dictionary „vibe coding" zum Wort des Jahres gekürt. Geprägt wurde der Begriff Anfang 2025 von Andrej Karpathy, Mitgründer von OpenAI. Die Idee dahinter ist so einfach wie folgenreich: Man beschreibt sein Vorhaben in normaler Sprache, die KI übersetzt es in funktionierende Software.
Wie ernst diese Bewegung inzwischen ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen. Lovable, gegründet 2023 in Stockholm, wuchs innerhalb von zwei Jahren auf über 500 Millionen US-Dollar wiederkehrenden Jahresumsatz und wird derzeit im zweistelligen Milliardenbereich bewertet. Auf der Plattform entstehen rund 200.000 neue Projekte pro Tag. Zu den Kunden zählen inzwischen Konzerne wie Uber, Zendesk, Klarna und McKinsey. Cursor, das Werkzeug für die technischere Zielgruppe, hat 2026 die Marke von vier Milliarden US-Dollar Jahresumsatz überschritten und ist in großen Unternehmen längst Standard.
Verbreitet ist die Haltung „das klappt doch eh nicht" trotzdem noch. Sie stammt aus einer Zeit, in der KI-generierte Prototypen tatsächlich skurril aussahen. Diese Zeit liegt keine zwei Jahre zurück, und sie ist vorbei. Was heute in wenigen Stunden entsteht, hätten Sie vor Kurzem nicht als „vom Prototyp" erkannt. Wer die Entwicklung noch nicht selbst gesehen hat, arbeitet mit einem veralteten Bild im Kopf.
Aber welches Tool nimmt man? Drei Werkzeuge dominieren derzeit das Feld: Lovable, Claude Design und Cursor. Alle drei versprechen, aus einer Idee einen funktionierenden Prototyp zu machen. Sie unterscheiden sich in Bedienbarkeit, Ergebnisqualität und Zielgruppe allerdings deutlich, und genau darum lohnt sich ein Vergleich.
Lovable war das erste Tool dieser Art, das wir bei Werkdigital ausprobiert haben. Der Dienst hatte in kurzer Zeit sehr viele Nutzer eingesammelt, und das ist kein Wunder: Die Werbetrommel wird kräftig gerührt. Bedienbar ist Lovable im Prinzip von jedem. Prompt eingeben, warten, fertig. Liebenswert.
Besonders auffällig ist das Design. Man muss Lovable erstaunlich wenig Input geben, und trotzdem entsteht etwas, das gut aussieht. Für Laien, die eine Idee zum ersten Mal anfassbar machen wollen, ist das ideal.

Aus dem Prototyp ein fertiges Produkt zu machen, ist dagegen mühsam. In unseren Tests gab es immer wieder Abweichungen zwischen dem, was wir im Prompt beschrieben hatten, und dem, was tatsächlich herauskam. Missverständnisse häuften sich, einzelne Wünsche blieben ganz offen. Für einen Prototyp ist das kein Beinbruch. Für Produktentwicklung auf professionellem Niveau gibt es bessere Werkzeuge.
Die Preise auf lovable.dev bewegen sich in einem Rahmen, der für Einzelprojekte und kleine Teams gut kalkulierbar ist.
Das zweite Tool in unserem Test war Cursor, eine deutlich technischere Lösung. Während Lovable im Browser läuft, muss Cursor als Anwendung auf dem eigenen Rechner installiert werden. Das ist die erste Hürde, und damit ist es nicht getan.

Um ein neues Projekt zu beginnen, und zwar auch für einen simplen Prototyp, muss zunächst eine lokale Entwicklungsumgebung aufgesetzt werden. Ein Projektverzeichnis anlegen, Node.js installieren, das passende Framework wählen und per `npm install` die Abhängigkeiten einspielen. Sagt Ihnen nichts? Mir auch nicht. Cursor führt einen mit KI-Unterstützung ganz ordentlich durch diese Schritte, und für Menschen, die schon einmal eine kompliziertere Excel-Tabelle mit Verweisen und Makros gebaut haben, ist der Einstieg machbar. Aber es bleibt ein Tool für Programmierer.
Die Ergebnisse sind gut, sowohl optisch als auch funktional. Sobald alles einmal läuft, ist die Bedienung im Zusammenspiel mit der KI erstaunlich intuitiv. Doch die Komplexität rund um den Aufbau der Entwicklungsumgebung macht es vielen Anwendern schwer, mit Cursor zu arbeiten. Für viele wird es auf dieser Ebene schlicht unmöglich.
Claude Code von Anthropic setzten wir bei Werkdigital bereits in der Entwicklung ein. Als der Anbieter dann Claude Design nachlegte, war die Neugier entsprechend groß.
Was sich mit Claude Design in kürzester Zeit realisieren lässt, ist mindestens ebenso beeindruckend wie bei Lovable. Besonders schön für Detailverliebte ist die Präzision. Man bekommt, was man beschreibt. Wer sein Anliegen mit Fachvokabular formuliert, fühlt sich unmittelbar verstanden. Für gestalterisch versierte Menschen ist Claude Design damit das stärkste Werkzeug im gesamten Feld.

Für Laien ist es nutzbar, allerdings nicht ganz so intuitiv wie Lovable. Wer sich mit gestalterischen Begriffen schwertut, kommt bei Lovable schneller ans Ziel. Wer dafür eine klare Vorstellung hat, sie präzise beschreiben kann und das kleine Einmaleins der Gestaltung beherrscht, holt aus Claude Design das Maximum heraus.
Für Entscheider im Mittelstand, die eine Idee schnell greifbar machen wollen, führt an Lovable derzeit kein Weg vorbei. Cursor scheidet für die meisten aus, weil die technische Einstiegshürde zu hoch ist und die Einrichtung einer Entwicklungsumgebung Zeit kostet, die niemand in der Geschäftsführung freischaufeln möchte. Claude Design liefert präzisere Ergebnisse und ist das stärkere Werkzeug für gestalterisch versierte Anwender, verlangt dafür aber ein Vokabular und Verständnis, das viele Entscheider im Tagesgeschäft nicht sofort abrufen können.
Lovable kommt mit einem kurzen, alltagssprachlichen Prompt aus und liefert schon nach wenigen Minuten ein Ergebnis, das gut aussieht, sich bedienen lässt und in einer Sitzung tatsächlich angefasst wird. Ohne Vorwissen und ohne technisches Setup. Dass aus dem Ergebnis nicht direkt ein fertiges Produkt wird, ist für diesen ersten Schritt zweitrangig. Ein greifbarer Prototyp beendet Diskussionen, die sonst monatelang im Kreis laufen.

Ein greifbarer Prototyp ist ein Beweis, dass eine Idee funktionieren kann. Bevor daraus ein Projekt wird, gehören zwei Dinge auf den Tisch: eine belastbare Vorstellung davon, was der Prototyp leisten soll, und eine ehrliche Rechnung, ob sich das Vorhaben überhaupt lohnt. Genau hier setzt der KI-Prototyping-Kompaktkurs an, den Boris Feldmann, Gründer und Geschäftsführer von Werkdigital, konzipiert hat.
Über vierzehn Tage lernen die Teilnehmenden, eine Idee mit KI-Werkzeugen strukturiert durchzudenken, in einen klickbaren Prototyp zu überführen und im gleichen Atemzug die Wirtschaftlichkeit sauber zu bewerten. Sie identifizieren einen konkreten Prozess im eigenen Unternehmen, ermitteln realistisch die möglichen Zeit- und Kosteneinsparungen und ziehen darauf basierend eine belastbare ROI-Rechnung. Am Ende steht keine fertige Software, sondern etwas, das im Mittelstand oft fehlt: eine informierte Entscheidung.
Der Online-Kurs läuft über zwei Wochen und richtet sich ausdrücklich an Entscheider ohne technischen Hintergrund. Weder Techniker noch Designer sind die Zielgruppe, sondern Menschen, die im Unternehmen über Investitionen entscheiden. Details, Programm und Konditionen finden Sie auf kompaktkurs.werkdigital.de.
Am ehrlichsten überzeugt Vibe Coding einen selbst. Nehmen Sie eine Idee, die Ihnen ohnehin schon länger im Kopf herumgeht, öffnen Sie Lovable und schauen Sie, was daraus wird. Der Zeiteinsatz ist erstaunlich gering, die Ergebnisse sind es nicht. Aus einem vagen Gedanken entsteht innerhalb eines Nachmittags etwas Sichtbares, das Sie im Team zeigen, ausprobieren und weiterdenken können. Selten war der Weg von einer Idee zu ihrer greifbaren Wirklichkeit so kurz. Wer im Mittelstand mit KI arbeiten möchte, sollte diese neue Leichtigkeit einmal am eigenen Bildschirm erlebt haben.
Ein Prototyp bleibt trotzdem ein Prototyp. Themen wie Datenschutz, Transaktionssicherheit und Skalierbarkeit bringt er nicht mit, und genau das trennt einen sichtbaren Beweis von einer Software, die im Alltag mit echten Nutzern, echten Daten und echten Transaktionen funktioniert.
Für den Weg von der Idee zum tragfähigen Prototyp und einer sauberen Wirtschaftlichkeitsrechnung bringt der Kompaktkurs Sie in vierzehn Tagen ans Ziel – mit Lovable übrigens. Für den Weg vom Prototyp zum Produkt stehen die Expertinnen und Experten von Werkdigital bereit.
Was ist Vibe Coding?
Welches KI-Tool eignet sich am besten für die Erstellung von Prototypen?
Kann man mit KI ohne Programmierkenntnisse einen Prototyp erstellen?
Lassen Sie uns über Ihre Ideen und Herausforderungen sprechen – ganz entspannt.


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